Bildung aktuell 4/2025

Interna

PhV-NRW-Bezirk Krefeld / Moers Wenn die Pflegekosten zur Vermögensfalle werden Wie Immobilieneigentum im Alter sicher bleibt S pannender hätte es kaum sein können, denn ein Fachanwalt für Servicebonus zu erkaufen, irrt, denn Pflegeeinrichtungen honorieren

festgeschrieben. Die Immobilie bleibt so im Familienbesitz, die wirtschaftli che Kontrolle bei den Übertragenden, und der steuerpflichtige Nachlass ver kleinert sich erst gar nicht. Nießbrauch ermöglicht dem Überge ber, rentierliche Mieteinnahmen zu beziehen, steuerlich als Leibrente behandelt. Ein Wohnrecht sichert exklusiven Wohnkomfort in den vertrauten vier Wänden, Rückforde rungsklauseln können eine Rück übertragung bei schlechter Pflege oder Krisenszenarien wie Scheidung oder Insolvenz der Erben auslösen. Versorgungspflichten garantieren Zuschüsse zum Unterhalt, die über die Sozialhilfe hinausgehen. Steuerfalle vermeiden Doch Vorsicht ist geboten, denn jede Konstruktion weckt steuerrechtliche Fragen, sei es Grunderwerb- oder Schenkungssteuer. Ohne notarielle und anwaltliche Begleitung drohen böse Überraschungen. Die Zusam mensetzung des Vermögens spielt dabei keine Rolle; sowohl Immobilien als auch Sparvermögen lassen sich mit derselben Methodik umfassend sichern und bewahren.

Erbrecht und Vermögensschutz hielt einen Vortrag in Krefeld, mit dem er die Teilnehmer in seinen Bann zog. Kaum einer wusste beispielsweise, dass jedem Pflegeheimbewohner gerade einmal ein monatliches Ta schengeld von rund 150 Euro bleibt. Wenn Ersparnisse nicht mehr sicher sind Schon der Blick auf die Zahlen weckt Unbehagen, denn die gesetzliche Pflegeversicherung versteht sich meist nur als ‘Teilkasko’. Heim- und ambulante Leistungen decken häufig nicht einmal die Hälfte der realen Kosten; Zusatzpolicen schließen zwar Lücken, lassen aber oft noch vierstel lige Fehlbeträge offen. Hier beginnt die Bedrohung, denn wenn das per sönliche Vermögen den Schonbetrag von 10.000 Euro übersteigt, ordnet das Sozialamt zunächst die Verwer tung aller liquiden Mittel an — Spar konten, Wertpapiere, Lebensversi cherungen, Fahrzeuge. Erst wenn dort nichts mehr übrig bleibt, rückt das eigene Haus ins Visier. Wer glaubt, mit privatem Einsatz einen

Selbstzahler nur selten mit erhöhtem Komfort oder bevorzugten Betreu ungsplätzen. Im Gegenteil, Sozialhil fefälle genießen mitunter sogar orga nisatorische Vorteile, weil Heime für ihre Kostenträger effizienter abrech nen. Jahrelanges Sparen verpufft somit ohne jede Qualitätssteigerung in der Pflege. Generationenübergreifender Vermögensschutz Was also tun, um der Pflegekostenfal le zu entkommen? Der Experte mahnt zur Weitsicht. Eine Option besteht darin, Vermögen »generationenüber greifend zu parken«, anstatt es direkt zu verschenken, denn Schenkungen innerhalb der letzten zehn Jahre vor Pflegebedarf können rückabgewi ckelt werden. Die gezielte vorwegge nommene Erbfolge bietet den Kö nigsweg, wobei Eltern ihr Haus bereits zu Lebzeiten an die Erben übertragen, ohne dass innerhalb der Zehn-Jahres Frist ein Rückforderungsanspruch entsteht — vorausgesetzt, Nieß brauch-, Wohn- und Versorgungs rechte werden sorgfältig vertraglich

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